Das Ding des Monats – hier werde (versuche) ich, jeden Monat mindestens ein besonders Ding zeigen, sei es eine Zeichnung, ein Aquarell, eine Skizze, ein Video oder was mir sonst noch so einfällt. Bleibt gespannt!

Mai 2020

Unbändige Freude

Ende April war ich einen ganzen Tag im Schloßpark zu Lütetsburg unterwegs. Ich habe mir die Zeit genommen, um zu malen und um mich ein wenig aus der bedrückten Stimmung des Alltags zu lösen. Die Umgebung des Landschaftsparks und das Malen haben mir geholfen, wieder meine Mitte zu finden. Das Wetter war schön, nicht zu kalt und nicht zu warm. Und es waren wenig Menschen unterwegs. Befremdlich war und ist es noch, dass wir Spaziergänger uns bei der Begegnung immer weit von einander bewegt haben. Aber es gab immer ein freundliches „Moin“. Und es waren immer nur Paare, die mir entgegen kamen. Um so schöner sind dann die Episoden gewesen, wenn Menschen Interesse an meiner Arbeit gezeigt hatten und respektvoll aus der Distanz meiner Arbeit zugesehen haben. Es entwickelten sich schöne Gespräche nicht nur über das Malen. Als ich an dem Bild der Azaleenblüten arbeitet, hörte ich laute Kinderstimmen sich nähern. Zwischendurch war auch ein Erwachsener zu hören, aber zu sehen war nix. Nach wenigen Minuten sah ich dann die Familie. Fünf oder sechs Kinder und mehrere Erwachsenen drängelten sich vor den Azaleen und der Opa, vermute ich, mußte alle mit seinem Smartphone fotografieren. Das wirklich schöne war die unbändige Freude der Kinder, die sich drängten um auf das Foto zu gelangen, und niemand hat sich um Abstände oder sonstiges Coronagedöns geschert. Ob das richtig war? Keine Ahnung. Aber es war Lebensfreude und Familie. Und das war schön.

Bald werde ich wieder im Park sein, um weitere Bilder zu malen. Ob dann die Stimmung so sein wird wie beim ersten Mal? Ich werde es spüren.

Gennog, ick will keen Quarkbüddel sün.

Februar 2020

De Tied geiht hen.

Hier auf diesem Selbstportrait von 1999 bin ich hinter einem Stoffaffen halb verborgen. Das ist nun auch schon 21 Jahre her. Der Affe ist schon lange auf den Müll gewandert, hatte er doch damals schon einige Macken und Löcher aufzuweisen, weil er ein Relikt meiner Kindheit war und so einiges aushalten mußte. Diese Zeichnung ist mir beim Aufräumen in die Hände gefallen. Ich finde sie ein wenig traurig und illustriert den Begriff „Verlust“ ganz gut. Sie passt zu meiner aktuellen Stimmung. Viel mehr möchte ich heute gar nicht sagen. Bis zum nächsten Monat.

Januar 2020

Wo ist der Indianer?

Ich hab' da diesen Weichholz Küchenschrank stehen. Nett anzusehen und auch recht praktisch. Nett und praktisch – das fanden auch einige Spinnengenerationen. Also war es an der Zeit, den Schrank mal von der Wand zu rücken und das Spinnengedöns ordentlich abzusaugen. Bei dieser Gelegenheit und weil der Schrank mal von allen Seiten zu sehen war, ist mir die Maserung an der Seite aufgefallen. Einen Schritt zurück treten und mit dem Staublappen (ich bin in der Zwischenzeit vom Sauger zum Lappen gewechselt) in der Hand warf ich einen prüfenden Blick auf die Schrankseite – von wegen noch ein wenig Politur oder Bienenwachs oder so. Als ich dann vom prüfenden in den schauenden Blick wechselte bemerkte ich das Alien. Ihr könnt es links auf den beiden Bildern sehen. Es war/ist freundlich, finde ich. Nicht so wie dieses Alien im Kino. Auch nicht so schnubbelig wie „E.T.“. Es macht einen freundlichen Eindruck und kam bestimmt in Frieden, Ack! Ack!

Worauf ich eigentlich hinaus will, ist diese Vexierbild-Sache. Als Kind habe ich sehr gern den Indianer gesucht. Das war ein Bilderrätsel in irgendeiner Zeitschrift und es zeigte zumeist einen Baum und einen darum herum tapernden döseligen Cowboy mit einem Gewehr in den Händen, der den Indianer suchte. Nun wissen wir aber, das Indianer ja Meister im Verstecken waren (sind?) und der gezeichnete Cowboy auf ewig diesen Indianer suchen wird. Nur ich habe ihn dann gefunden. Und ich habe ihn nicht ausgemalt damit er nicht entdeckt wird. Diese Suchbildchen haben mich seither fasziniert. Ich spiele das heut auch noch oft. Dann sitze ich und betrachte die kahlen Äste der Bäume und ich finde immer einen Indianer oder auch was ganz anderes. Und wenn das Licht die Rauhfaserwand streift, dann ist da dieses Trollgesicht zu finden – ganz klein und ganz ungefährlich. Ich bin nicht allein damit; Al Bundy hat mal in den Schweißflecken seines T-Shirts Elvis Presley gesehen, und eine Toastbrotscheibe wurde verehrt, weil sie nach dem Toasten das Antlitz von Mutter Teresa zeigte.

Nichts ist so wie es scheint oder auf den ersten Blick sich darstellt. Nehmt Euch ein bisschen Zeit, schickt die Ratio in die Pause und schaut einfach mal offenen Auges in die Welt um Euch herum. Es gibt dort wirklich viel zu entdecken, im Großen wie im Kleinen.

So, das war‘s für dieses Jahr. Ich geh‘ jetzt und mach mir die Haare und dann ... ach kuck ... aus dem Kondenswasser an der Glasscheibe schaut mich Donald Trump an.
Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein tolles 2020.

Oktober 2019

Godzilla und die Joggerin

Ich bin auch wieder mit dem Laufen angefangen. Es ist kontemplativ und hilft dabei, nicht zu verrosten und geschmeidig zu bleiben. Und ich kann Euch versichern, solche Dinge wie in dem Filmchen können mir hier auf dem platten Land nicht passieren. Na gut, in den Schlooten rechts und links der Wege hausen Bisamratten. Wenn die sich bedrängt fühlen, können sie sich auch wehren. So geschehen im letzten Jahr; da wurde ein etwas zu neugieriger Hund in die Nase gebissen. (Es war nicht Willi.) Außer den Ratten sind noch diverse Vögel unterwegs, aber alle eher harmlos. Das wirklich unangenehme ist, bei Nebel vom Weg abzukommen, denn dann landest Du im Schloot. Und glaube mir, das ist nicht nur Wasser, was darin schwappt.
Keep on running! Ich geh jetzt Blätter fegen.

August/September 2019

Willi, mein Labradoodle, im bewegten Skizzenbuch

Der August ist vorbei, der September schon zur Hälfte um. Deshalb dachte ich mir, mal was Besonderes zu zeigen. OK, für Euch ist das bestimmt ein alter Hut, einen Film zu machen und den dann ins Netz zu stellen. Aber für mich ist es doch schon was. Zumal solch ein Skizzenbuch für mich so etwas wie ein Tagebuch ist. Längst nicht alles zeige ich daraus, aber für Euch mache ich heute eine Ausnahme. Ich blätter durch mein Skizzenbuch, das unter anderem auch Zeichnungen von Willi enthält. Einige kennt Ihr vielleicht von der Homepage, einige nicht. Ich werde das wohl in lockerer Folge weiterführen und hoffe, dass es Euch gefällt. Cheerio, Miss Sophie!

Juli 2019

Die liebenswerte Lilly und der Kleine König

Es ist schon ein Weile her, dass ich die liebenswerte Lilly in Eilsum fotografiert habe um einige Zeichnungen zu machen. Sie hatte sich gerade von einer Kreuzband-Operation erholt und war wirklich liebenswert. Respektvoll und zögernd kam sie mir entgegen. Schnupperte an meinem Hosenbein (Willi läßt grüßen!) und legte mir ihr Lieblingsspielzeug, den Kleinen König, auf den Schoß. Erwartungsvoll der Blick: „Na, spielst Du mit mir?" Ich habe Lilly dann etwa eine Stunde lang fotografiert. Und natürlich war auch der Kleine König dabei!

Und zusammen liegen sie jetzt im Grab. Sie beschützen sich gegenseitig, denn keiner weiß, was auf der anderen Seite ist. Aber es ist gut, wenn man als Hund einen König dabei hat (und sei er noch so klein), und es ist gut, wenn man als (Kleiner) König einen Hund an seiner Seite weiß.

Liebe Lilly, es hat Spaß gemacht, Dich zu fotografieren. Aber noch mehr Freude hatte ich, Dich zu malen und zu zeichnen. Deine Schmerzen sind nun fort, und uns bleibt die Erinnerung an Dich.

Juni 2019

Göttin und Monster – ein Spaziergang im Park

Godzilla und sein Sohn gehen im Park spazieren und treffen auf eine Göttin aus Frankreich: die DS 19 von Citroen. Ich habe dieses kleine Filmchen in Stop-Motion mit einer normalen Digitalkamera geschossen. Ich wollte immer schon Filme machen;-) In meiner Jugend war ich oft am Sonntag in der Kinder- und Jugenvorstellung des Kinos (Info für die Dattelner: es war das Capitol-Theater). Für 50 Pfennig bin ich in die Welt der Monster abgetaucht. Und Godzilla war dabei mein (fast) steter Begleiter. Beeindruckend, wie der so durch Tokio stampfte, oder wie King Kong, in schwarz-weiß, mit dem T-Rex kämpfte. Und wenn mir alles zuviel wurde, habe ich an die Decke des Kinos geschaut und die Sterne gezählt. Es gab da so einige Löcher, durch die das Tageslicht fiel. Solche Filme oder Comics hätte ich auch gern gemacht, dachte ich damals. Und kuck – einen Film habe ich schon. Und mit dem Comic wird das auch noch was. Aber dazu später mehr. Ich muß jetzt mit dem Hund raus.

Mai 2019

Mein lieber Herr Gesangsverein!

So sind wir angefangen. Vor 6 – 7 Millionen Jahren sahen wir so aus. Und was ist aus uns geworden. Egal jetzt, würde zu weit führen und ist nicht mein Thema. Die Zeichnung entstand am 21. Januar 2016. Ich hatte mir den Luxus eines Besuchs im Überseemuseum in Bremen gegönnt. Viele tolle Themen und Ausstellungsstücke. Und alles hat dazu eingeladen, gezeichnet zu werden. Neben diesem Motiv habe ich noch einen Kormoran (ausgestopft) und drei rituelle Masken aus Afrika gezeichnet. Jetzt wo ich es schreibe überkommt mich die Lust, mal wieder nach Bremen zu fahren und weiteres zu zeichnen.